Recruiting-Wissen

Sechs wichtige Erkenntnisse zu Corona-Folgen für Arbeitgeber und Recruiter·innen

Yee Wah Tsoi
5 min.
Die Corona-Folgen für Arbeitgeber stellten diese vor massive Herausforderungen

Umfrage unter mehr als 1.200 Personaler·innen

„New Normal“ ist wieder im alltäglichen Sprachgebrauch angekommen. Die zwei Wörter beschreiben Phasen mit extremen Situationen, an die sich Menschen nach einiger Zeit gewöhnen. Oft handelt es sich um finanzielle Krisen, welche die Wirtschaft durcheinanderwirbelt, in diesen Zeiten ist es der Corona-Virus. Mittlerweile sind wohl auch alle Unternehmen im „New Normal“ angekommen. Doch was bedeuten die Corona-Folgen für Arbeitgeber und Recruiter·innen? Was heißt das genau für die Arbeitgeber im deutschsprachigen Raum? Wie hat Corona die Personalplanungen durcheinandergewirbelt? Wie viele Unternehmen haben ihre Recruiting-Maßnahmen umgestellt und was erwarten sie vom restlichen Jahr?

Mehr als 1.200 XING Mitglieder, die im HR-Umfeld tätig sind, haben im Zeitraum von Mitte Mai bis Mitte Juni 2020 an unserer großen Online-Umfrage teilgenommen. Erfahren Sie in diesem ersten Teil der Auswertung, wie es um die Personalarbeit und -planung in Deutschland, Österreich und der Schweiz bestellt ist und lernen sie sechs wesentliche Erkenntnisse zu den Corona-Folgen für Arbeitgeber und Recruiter·innen kennen.

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1. Corona-Folgen für Arbeitgeber: In sieben von 10 Unternehmen fingen neue Mitarbeiter·innen an

In 68 Prozent der Unternehmen haben seit Beginn der Corona-Krise Mitte März neue Mitarbeiter·innen angefangen. Besonders trifft dies auf Schweizer Unternehmen zu (73 Prozent). Von den drei untersuchten Ländern ist der Anteil in Österreich am niedrigsten (63 Prozent).

2. „Hello from the other side“: Onboarding neuer Mitarbeiter·innen größtenteils virtuell, aber nicht nur

Gerade das Onboarding neuer Mitarbeiter·innen war aufgrund der Corona-Folgen für Arbeitgeber eine echte Herausforderung. Jedes zweite Unternehmen (50 %) hat seine Neulinge zu virtuellen Kennenlern-Sessions eingeladen, wobei deutsche Unternehmen diesbezüglich etwas hinterherhinkten (47 Prozent, in Österreich und der Schweiz je 57 Prozent).

Sofern möglich und nötig wurde Mitarbeiter·innen das IT-Equipment zugeschickt (18 Prozent), in 40 Prozent der Fälle jedoch vor Ort ausgehändigt. 20 Prozent der Unternehmen haben das Startdatum neuer Mitarbeiter·innen hingegen verschoben. Letzteres traf mit weitem Abstand auf Österreich zu. 43 Prozent der dortigen Unternehmen verlegten die Starttermine neuer Kolleg·innen, während dies in Deutschland nur zu 19 Prozent der Fall war, in der Schweiz waren es mit 13 Prozent noch weniger. Am leichtesten machten es sich 35 Prozent der Unternehmen: Hier wurden die Onboarding-Maßnahmen gar nicht erst angepasst.

3. So sieht die Personalplanung aus: 38 Prozent halten am Plan fest, 41 Prozent stellen nicht mehr bzw. weniger ein

Was tun? Nachdem sich der erste Corona-Schock gelegt hatte, wurden auch schnell Überlegungen hinsichtlich der Personalplanung – die Corona-Folgen für Arbeitgeber in Betracht ziehend – getätigt. Immerhin 38 Prozent halten – Stand Sommer 2020 – an ihren Planungen fest. Besonders tun dies die Schweizer·innen (47 Prozent). Etwa jedes fünfte Unternehmen (21 Prozent) stellt nicht mehr ein. 20 Prozent stellen weniger ein als geplant. Letzteres trifft insbesondere auf österreichische Unternehmen zu (27 Prozent).

Drastischer sieht es bei diesen 9 Prozent der Unternehmen aus: Hier wurde bereits Personal entlassen bzw. es ist in Planung. Nur fünf von 100 Unternehmen stellen aktuell mehr ein als geplant. Und 7 Prozent haben sich mit den Folgen von Corona auf die Personalplanung noch gar nicht befasst.

4. Die wichtigsten Gründe für die Reduktion von Neueinstellungen, Einstellstopps und Kündigungen

„Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste“: Die Entscheidung, nicht mehr bzw. weniger einzustellen oder gar Mitarbeiter·innen zu entlassen, haben die Befragten oftmals mit der unsicheren Ausgangslage aufgrund der Corona-Folgen für Arbeitgeber begründet (59 Prozent). Dies trifft insbesondere auf die Schweizer·innen zu (71 Prozent). Am zweithäufigsten wurden Sparmaßnahmen im Unternehmen genannt (44 Prozent). Besonders österreichische Unternehmen gaben diesen Grund an (52 Prozent). 29 Prozent der Unternehmen sagten, dass es einen Rückgang bestimmter Tätigkeiten gibt.

5. Überlebensfaktor Home-Office: In nur 6 Prozent der Unternehmen ist HomeOffice gar nicht möglich

Die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, hat so manche Unternehmen vor große Herausforderungen gestellt. Gleichzeitig war „Remote Work“ in Corona-Zeiten oft der einzige Weg, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Entsprechend fiel der Anteil der Unternehmen in D-A-CH, die im Frühjahr 2020 kein Home-Office ermöglichten, mit sechs Prozent sehr niedrig aus. Die Mitarbeiter·innen von 17 Prozent der Unternehmen arbeiteten ausschließlich von daheim. Drei Viertel (77 %) der Unternehmen beschäftigten ihre Mitarbeiter·innen zum Zeitpunkt der Umfrage sowohl im Home-Office als auch im Betrieb.

Sie möchten mehr über die Mitarbeitenden-Motivation im Home-Office erfahren. Wir haben den passenden Blog-Artikel zur Mitarbeitermotivation bei Hybrid-Work für Sie!

6. Vor der Pandemie: In sechs von 10 Unternehmen war Home-Office nur unter bestimmten Umständen erlaubt

So sehr Home-Office heutzutage Teil des „New Normals“ ist, so kritisch haben die Arbeitgeber·innen vor der Pandemie auf das Thema geschaut: In 60 Prozent der Unternehmen war Home-Office nur unter besonderen Umständen möglich. Knapp 12 Prozent hatten vorher gar kein Home-Office. Immerhin war in 28 Prozent der Betriebe die Arbeit von daheim grundsätzlich bereits erlaubt. Hier gibt es starke länderspezifische Unterschiede: Während in jedem vierten deutschen Unternehmen Home-Office vorher schon Standard war (25 Prozent), war dies nur in jedem fünften österreichischen Unternehmen der Fall (20 Prozent). In der Schweiz gehörte das Home-Office schon vor Beginn der Pandemie in rund jedem dritten Unternehmen (32 Prozent) zum Alltag.

Übrigens: Von den Befragten aus Deutschland, die angegeben haben, dass ihr Unternehmen heute kein Home-Office erlaubt, gaben 47 Prozent an, dass die Arbeit nicht von daheim erledigt werden kann. Jeder Dritte (33 Prozent) begründete den Umstand mit einer generellen Präsenzpflicht, knapp jeder Fünfte (22 Prozent) erklärte, man habe die technischen Möglichkeiten nicht.

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