Interview Fragebögen

Vertraulichkeit Interviewfragen

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Nutzen Sie diese Vertraulichkeit Interviewfragen während Ihres Bewerbungsprozesses, um Bewerbende zu identifizieren, die sich am Arbeitsplatz diskret verhalten und die Privatsphäre ihrer Kolleg∙innen sowie die vertraulichen Informationen Ihres Unternehmens zu schützen wissen. Gerade seit Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung ist der vertrauliche Umgang mit Informationen besonders wichtig.

Wieso Sie Bewerbenden zur Vertraulichkeit befragen sollten

Vertraulichkeit am Arbeitsplatz bedeutet, sensible, persönliche und unternehmensbezogene Daten nicht zu verbreiten. Diese Eigenschaft ist in einer Vielzahl von Bereichen wichtig:

  • HR-Professionals. Siehandhaben sensible Daten von Bewerbenden und Angestellten.
  • Finanz-Personal. Sie managen Vergütungspakete.
  • Angestellte der Rechtsabteilung. Sie verfassen und verwalten oftmals Dokumente und Verträge, die der Geheimhaltung unterliegen.
  • IT-Mitarbeitende. Sie speichern digitale Datensätze und verwalten interne Kommunikationen und Privatdaten.
  • Senior-Management. Sie sind in strategische Entscheidungen eingebunden und haben Zugang zu sensiblen Unternehmens- und Mitarbeitenden-Informationen.
  • Vorstandsassistenz. Sie koordinieren die Termine ihrer vorgesetzten Personen und sind bei wichtigen Meetings oft anwesend.

Hier finden Sie einige Fragen, die Sie während eines Interviews stellen können, um vertrauenswürdige Bewerbende zu erkennen.Kombinieren Sie diese Interviewfragen mit Fragen zu sozialen Kompetenzen und kritischem Denken, um ganzheitliche Bewerbenden-Profile zu erlangen und bessere Einstellungsentscheidungen zu treffen.

Vertraulichkeit Interviewfragen

  • Was ist Ihrer Meinung nach die beste Methode, um Unterlagen von Mitarbeitenden zu lagern? (z. B.: Arbeitsverträge und medizinische Berichte)
  • Wenn Sie auf einer Messe-Veranstaltung sind und Menschen mit Fragen nach unserem Unternehmen auf Sie zukommen, woher wissen Sie, was Sie sagen dürfen und was nicht?
  • Was würden Sie sagen, wenn ein Teammitglied gerne das Gehalt eines anderen Mitarbeitenden wissen würde?
  • Wie würden Sie vertrauliche Dokumente mit Ihren Teammitgliedern teilen? Welche Instrumente würden Sie verwenden, wenn diese Dokumente in digitaler Form vorliegen?
  • Was würden Sie tun, wenn ein Feueralarm losgeht und Sie vertrauliche Daten auf Ihrem Tisch liegen haben?
  • Sie sprechen mit potenziellen Kund·innen und diese bestehen auf eine detaillierte Beschreibung der Roadmap des Unternehmens. Wie würden Sie reagieren?
  • Während eines Gruppen-Meetings fragt Sie Ihre vorgesetzte Person nach vertraulichen Informationen (z. B. dem Gehalt eines Mitarbeitenden). Wie würden Sie reagieren, wenn sich Leute in dem Raum befinden, die nicht befugt sind, diese Informationen zu erfahren?
  • Wie würden Sie reagieren, wenn Sie versehentlich eine E-Mail erhalten, die vertrauliche Informationen enthält und eigentlich für Ihre vorgesetzte Person bestimmt war?

Tipps, wie Sie die Vertraulichkeit von Bewerbenden bewerten

Eine direkte Frage, wie „Können Sie sensible Informationen für sich behalten?“, wird zu einem sofortigen „Ja!“ führen. Daher sollten Sie in Interviews hypothetische Szenarien verwenden, die im Arbeitsalltag vorkommen können.

  • Professionalität. Mitarbeitende, die sich Tratsch entziehen und die Privatsphäre anderer respektieren, könnten auch mit vertraulichen Daten gut umgehen.
  • Ethik. Menschen mit einem guten Urteilsvermögen können besser erkennen, welche Informationen vertraulich sind und wer Zugang zu solchen haben sollte.
  • Diskretion. Sorgloser Umgang mit persönlichen oder unternehmenseigenen Informationen könnte in unangenehmen Situationen für Mitarbeitende resultieren und juristische Folgen für das Unternehmen haben.

Verwenden Sie – wenn notwendig – kurze Assessments, um zu erfassen, wie Bewerbende bestimmten Situationen entgegentreten, die Vertraulichkeit verlangen. Beispiele dafür wären:

  • Wenn Sie die Position einer Führungsassistenz besetzen möchten, bitten Sie diese, ein Büro zu organisieren. Achten Sie darauf, ob sie vertrauliche Daten in verschlossenen Schubladen aufbewahren.
  • Wenn Sie IT-Mitarbeitende suchen, bitten Sie diese nach Cyber-Security-Anwendungen zu recherchieren und Ihnen zu empfehlen. Gute Bewerbende werden nach mehr Informationen fragen (über das Team, genauere Anforderungen, …).
  • Wenn Sie eine Position im HR-Management besetzen möchten, bitten Sie die Bewerbenden, Sie Schritt für Schritt durch den Prozess einer Beschwerde wegen sexueller Belästigung durchzuführen. Achten Sie hierbei darauf, ob die Bewerbenden auch auf die Privatsphäre der sich beschwerenden Person achten.

Warnsignale

  • Die Bewerbenden können vertrauliche Informationen nicht als solche ausmachen. Auch, wenn Sie zu den Vorgehensweisen schulen können, so sollte dennoch ein grundsätzliches Urteilsvermögen seitens der Bewerbenden vorhanden sein, welche Informationen vertraulich sind und welche nicht.
  • Die Bewerbenden wirken verschlossen statt diskret. Diskretion bedeutet nicht, dass jegliche Informationen unter Verschluss gehalten werden sollen. Bewerbende sollten verstehen, wem es zusteht, bestimmte Informationen zu wissen.
  • Die Bewerbenden unterschätzen die Wichtigkeit von sicherer Verwaltung und Transfer von vertraulichen Daten. Speziell Bewerbende für IT-Positionen sollten Instrumente kennen, die sich für die Aufbewahrung und das Teilen von Daten eignen.
  • Die Bewerbenden sind unprofessionell oder unhöflich, wenn sie nach Zugängen zu Daten gefragt werden. Es ist nicht nur wichtig, mit Informationen richtig umzugehen, auch die Art der Ablehnung der Freigabe von Informationen spielt eine Rolle. Speziell Personen im Senior- und HR-Management sollten wissen, wie man höflich erläutert, wieso bestimmte Informationen nicht freigegeben werden dürfen.